30. März 2018

Bernauer Roter Salon: Digitalisierung und viel mehr

Der "Rote Salon" tagte bereits zum dritten Mal in diesem Jahr und tat das wie üblich in angenehm lebhafter Runde. Diesmal moderierte Martin Günther das Gespräch. Die Teilnehmer hatten wieder einen bunten Straus an Themen mitgebracht, über die sie sprechen wollten u.a.: Interview mit einem Sohn von Willy Brandt im ND sowie Interview mit Sarah Wagenknecht ebenda, Rede des russischen Außenministers Lawrow bei der Münchener Sicherheitskonferenz uvm.

Außerdem hatte Martin Günther das Thema "Digitalisierung - Versuch der Einordnung einer Debatte" eingehend vorbereitet und erläuterte, dass die computer- und robotergesteuerte Erhöhung der Produktivität zwar Berufsbilder bedrohe, andererseits aber enorme potenzielle Wohlstandsgewinne bedeutet, beispielsweise, da die Kaufkraft der Bevölkerung steige, denn die Waren können durch höhere Produktivität billiger werden. Hieraus ergibt sich primär ein Verteilungsproblem sowohl der gesellschaftlich notwendigen Erwerbsarbeit als auch der potenziellen Wohlstandsgewinne. Letztlich wirft die Digitalisierung auch die Frage nach dem Eigentum an Produktionsmittel wieder verstärkt auf. Die oft diskutierte Lösung eines bedingungslosen Grundeinkommens lehnte Martin ab, da es weder eine adäquate Antwort auf die Verteilungsfrage noch die Eigentumsfrage gibt.

Doch auch die anderen mitgebrachten Themen wurden engagiert diskutiert:
Herr Lawrow hatte in München die russische Bereitschaft zur Abrüstung erklärt. Auch von Herrn Putin ist Ähnliches bekannt. Einerseits wurden in der Diskussion angebracht, dass dort erstmal auf Taten zu warten sei, denn Russland hat bisher enorme Anstrengungen zur Aufrüstung an den Tag gelegt und die gegenteiligen, verbalen Äußerungen erstaunen da zunächst ein wenig. Andererseits wurde auf die im Vergleich mit den USA und der EU niedrigen Rüstungsausgaben Russlands hingewiesen und vergleichsweise dazu aggressiven Äußerungen, beispielsweise in Merkels Regierungserklärung, hingewiesen. Einigkeit herrschte, dass wir es mit einer kritischen Lage zu tun haben und wir deshalb uns für den Frieden engagieren müssen.
K. Kleinmann