18. April 2013

Hilfe für Pflegeeltern

Die Kreistagsfraktion der LINKEN hatte zur Fraktionssitzung am 25. März von der Kreisverwaltung die Sozialdezernentin, Frau Ulonska und vom Jugendamt Frau Dankert und Frau Schimmelpfennig sowie vom Barnimer Pflege- und Adoptivfamilien e.V. Frau Vorwerg eingeladen, um über die Zusammenarbeit zwischen Pflegeeltern und Jugendamt zu diskutieren. Im Juni 2012 hatte zu diesem Thema schon einmal eine Beratung stattgefunden, nachdem Pflegefamilien über Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt berichtet hatten. Zu dieser Zeit befand sich die Jugendhilfe in der Neuausrichtung, die sozialraumbezogene Arbeit sollte eingeführt werden. Zu Beginn des Jahres 2012 war die „integrierte Sachbearbeitung“ gestartet, was bedeutet, dass ein wirtschaftlicher Bearbeiter und ein Sozialarbeiter die Fälle gemeinsam bearbeiten.

Neben Problemen bei der Bezahlung bereits erbrachter Leistungen an die Pflegeeltern wurde damals vom Verein der Pflegeeltern bemängelt, dass es zu wenig Gespräche mit den Pflegeeltern gibt. Es wurde verabredet, nach einigen Monaten die weitere Entwicklung zu besprechen.

Erneute Beschwerden von Pflegeeltern über die Arbeitsweise des Jugendamtes sowie eine Reihe von Fragen zum Stand der Neuausrichtung des Jugendamtes und des Stellenwertes der Vollzeitpflege waren ein weiterer Anlass für dieses Gespräch.

Frau Ulonska, Frau Dankert und Frau Schimmelpfennig erläuterten den Fortschritt des Prozesses der Neuausrichtung im Jugendamt.

Die Hilfeplanung umfasst sowohl die Kurzzeit- als auch die Vollzeitpflege. Die Kurzzeitpflege geht über drei Monate und hat die Rückkehr in die Herkunftsfamilie zum Ziel, weshalb der Fokus der Zusammenarbeit auch auf der Herkunftsfamilie liegt. Bei der Vollzeitpflege geht es um eine Unterbringung in einer Pflegefamilie auf Dauer, weshalb hier der Kontakt mit Kind und Pflegeeltern im Vordergrund steht, aber auch der Kontakt zu den leiblichen Eltern.

Zur Schaffung eines Bereitschaftspflegeplatzes für die kurzfristige Unterbringung von akuten Fällen ist das Jugendamt ständig auf der Suche nach Pflegefamilien mit Spezialausrichtung.

Die beiden Vertreter der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal schilderten, wie sie sich als freier Träger in die Beratung und Betreuung der Pflegeeltern, deren Qualifizierung, insbesondere durch thematische Angebote, die Betreuung von Selbsthilfegruppen und die Profilbildung zu Pflegefamilien sowie die Werbung neuer Pflegefamilien einbringen wollen. Sie sehen sich als Beratungsinstanz für die Pflegefamilien.

2012 fand ein erstes Gespräch mit dem Verein der Pflegeeltern statt, der die Schaffung dieser Stellen in Lobetal sehr begrüßt, da dadurch dem Wunsch der Pflegeeltern nach gleich bleibenden Ansprechpartnern und kontinuierlicher Beratung entsprochen wird.

Frau Vorwerg vom Verein der Pflegeeltern richtete die Bitte ans Jugendamt, künftig Veränderungen zeitnah mitzuteilen und eine Beratungsstelle, die rund um die Uhr erreichbar ist, zu schaffen. Sie schlug vor, eine halbjährliche Beratung und Kontrolle einzuführen. Der Forderung des Vereins nach einer Qualifizierung der Pflegeeltern steht das Jugendamt allerdings noch skeptisch gegenüber, da nicht klar ist, mit welcher Konsequenz bei Nichtteilnahme an der Qualifizierung gehandelt werden soll.

Die Sozialdezernentin und auch die Leiterin des Jugendamtes baten darum, sich bei auftretenden Problemen an sie zu wenden und sagten zu, die angesprochene Kritik zur Vorfinanzierung der Pflegeeltern zu prüfen.

Die anwesenden Mitglieder der Kreistagsfraktion stellten fest, dass es trotz Umstrukturierung und Neuausrichtung in der Umsetzung der Aufgaben des Jugendamtes immer noch erhebliche Schwächen gibt. Die Fraktionsvorsitzende, Margitta Mächtig, schlug deshalb vor zu erfragen, wie die wirtschaftliche Jugendhilfe in anderen Landkreisen ausgestaltet ist. In etwa einem Jahr wird sich die Fraktion erneut mit der Arbeit des Jugendamtes beschäftigen.

Gisela Zimmermann (OW-Beitrag)