10. März 2017

Sozialberufe künftig in Eberswalde

Ein Teil des Oberstufenzentrums Bernau wird allmählich umziehen

Wir, Abgeordnete der LINKEN im Kreistag Barnim, erlebten in drei aufeinander folgenden Sitzungen des Bildungsausschusses „Fragestunden der Einwohnerinnen und Einwohner“, die es „in sich hatten“. Lehrkräfte und Schulleitungen der Oberstufenzentren an den Standorten Bernau und Eberswalde, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern wollten angehört werden zu den bevorstehenden Strukturänderungen. Sie betreffen die komplette Auslagerung der Abteilung 3 von Bernau nach Eberswalde. Diese hat zur Folge, dass die 3-jährigen Bildungsgänge Soziales, Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege dann in Eberswalde angeboten werden.

Sehr konkrete Fragen der Lehrkräfte waren zu beantworten. Wir mussten mit anhören, welch großes Unverständnis und sogar Sprachlosigkeit zwischen ihnen und ihrer Schulleitung am Standort Bernau bestehen. Forderungen nach Einberufung einer Gesamtlehrerkonferenz wurden nicht erhört. Eine gründliche Prüfung von Alternativen, die wir im Ergebnis der ersten Sitzung einforderten, quittierten die anwesenden Lehrerinnen und Lehrer mit Hochachtung und Dank. Aber besonders bewegten uns die Probleme der Schülerinnen und Schüler, die gerade ihre Ausbildung begonnen hatten. Ihnen ist unverständlich, vor Ausbildungsantritt nicht informiert worden zu sein. Sie sprechen Probleme der Mütter an und deren Zeitaufwand für Ausbildung und Familie, auch die zusätzlichen Belastungen durch erhöhte Fahrtkosten. Wir erfuhren, dass viele zuverdienen müssen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, weil die Ausbildung nicht vergütet wird. „Wir fühlen uns sehr ausgegrenzt bei dieser Planung, obwohl WIR die sind, um die es geht.“

Der 1. Beschlussantrag der Verwaltung wurde mehrheitlich abgelehnt, und der am Tisch sitzenden Schulverwaltung war die Schwierigkeit anzusehen, „von heute auf morgen“ die Zustimmung der Abgeordneten für zu ändernde Strukturen zu bekommen. Inzwischen liegt ein 2. Beschlussantrag vor. Im Kern beinhaltet er den allmählichen Umzug der Abteilung 3 an das OSZ II Eberswalde ab dem Schuljahr 2017/18 bis zum Ende des Schuljahres 2018/19. Das konnten wir mit einer fraktionsübergreifenden Mehrheit für die Schülerinnen und Schüler erreichen. Der Wegfall von zwei Abteilungen am OSZ II ist geplant zum Schuljahr 2017/18 und die Zusammenlegung von Bildungsgängen. Nun hat der Kreistag zu entscheiden. Der Fachausschuss wird die Umsetzung der Strukturänderungen an beiden Standorten kritisch begleiten.
(Christine Poppitz, OW-Beitrag)