10. März 2015

Boden schützen

Industrieland Brandenburg soll auch Agrarstandort bleiben

Brandenburg verfügt über 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, die sich aus drei Vierteln Ackerland und ein Viertel Wiesen und Weiden zusammensetzen. Dazu kommen rund 1 Million Hektar Wald und etwa 40.000 Hektar gärtnerisch genutzter Fläche. Zusammen macht das 80 Prozent der Gesamtfläche des Landes aus. Der Schutz landwirtschaftlicher Flächen als unvermehrbare Produktionsgrundlage zur Ernährungssicherung und für nachwachsende Rohstoffe und der Schutz des Bodens sind wichtige Anliegen der LINKEN.

Zum Schutz und zur Neubildung von Grundwasser – und damit auch zur Sicherung der Trinkwasserversorgung – sind funktionsfähige Böden unerlässlich. Boden ist auch der wichtigste Produktionsfaktor für die Landwirtschaft. Die zunehmende Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke stellt ein großes Problem für die Landwirtschaft dar. In den letzten 20 Jahren ist in Brandenburg die Landwirtschaftsfläche um 27.000 Hektar zurückgegangen. Dagegen hat der Flächenbedarf von Wohngebäuden, Betriebsstätten und Verkehrsflächen um über 35.000 Hektar zugenommen. Eine weitere starke Verringerung landwirtschaftlicher Flächen würde den Agrarstandort Brandenburg und die regionale Nahrungsmittelerzeugung gefährden.

Die Rot-Rote Landesregierung soll deshalb konkrete Maßnahmen aufzeigen, um den Flächenverbrauch durch Gebäude und Verkehrstrassen zu reduzieren. Hier müssen neue Wege gefunden werden. Im Gegenzug kann man auch über Alternativen nachdenken: zum Beispiel, dass bei den so genannten Kompensationsmaßnahmen für in Anspruch genommene Flächen auch Agrarbetriebe bzw. landwirtschaftliche Nutzflächen profitieren.

Bundesweit geht jährlich eine Fläche verloren, auf der der Brot-Jahresverbrauch von mehr als drei Millionen Menschen erzeugt werden könnte. Deshalb ist eine Strategie zum Flächenverbrauch notwendig. Die Rot-Rote Landesregierung hat sich im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel der Verringerung der Flächeninanspruchnahme bekannt. LINKE und SPD werden deshalb in der Landtagssitzung im März beantragen, dass die Landesregierung bis Sommer 2017 eine Strategie zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in Brandenburg erarbeiten soll. Dabei soll es Anreize zum Flächensparen geben und es muss über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen neu nachgedacht werden.

Zudem muss mit den Kommunen und Regionalen Planungsgemeinschaften darüber gesprochen werden, inwieweit im Rahmen der Aufstellung von Raumordnungsplänen landwirtschaftliche Flächen gesichert werden können. Landwirte können unter anderem durch die Nutzung neuer Technik, bodenschonende Bearbeitungsverfahren und nachhaltige Düngung zum Erhalt und zur Verbesserung der Bodenqualität beitragen.

OW-Beitrag von Ralf Christoffers (MdL)