Am 6. Mai startete die Volksinitiative "Schule in Freiheit", die u. a. mehr Geld aus dem Brandenburger Landeshaushalt für Schulen in freier Trägerschaft verlangt.
Dazu erklärte die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Kerstin Kaiser:
"Mit dem Start der Volksinitiative geht der notwendige Verständigungsprozeß über eine zukunftssichere Schullandschaft in Brandenburg weiter. Immer weniger Einwohner in den peripheren Regionen, dafür mehr Menschen im 'Speckgürtel' - das beeinflusst auch Schulgrößen und Klassenstärken. Allerdings warne ich die Opposition davor, in dieser notwendigen Diskussion, unsachlich Unsicherheit und Ängste zu schüren und das Thema für parteipolitisches Hickhack zu missbrauchen.
DIE LINKE war und ist für Schulvielfalt in Brandenburg, zu der freie Schulen gehören und wichtige Arbeit leisten. Bildung ist und bleibt dennoch eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir haben zu sichern, dass in allen Regionen des Landes öffentliche Schulen in guter Qualität für alle Kinder erreichbar sind.
In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Schulen in freier Trägerschaft in Brandenburg rasant entwickelt. Während zwischen 2004 und 2008 fast 200 öffentliche Schulen geschlossen wurden (von 935 auf 738) wurden fast 50 Schulen in freier Trägerschaft (von 109 auf 158) zugelassen. Heute gibt es bereits 166 Schulen in freier Trägerschaft und die finanziellen Zuwendungen haben sich von 2001 mit 40,3 Mio € bis 2010 mit 119 Mio € fast verdreifacht.
Brandenburg liegt im Ergebnis dieser Entwicklungen heute ungefähr im bundesdeutschen Durchschnitt und über dem Durchschnitt der neuen Länder.(Im Schuljahr 2009/10 besuchten deutschlandweit insgesamt 8,1 Prozent aller Schüler freie Schulen - in Brandenburg 8,8 Prozent)
DIE LINKE setzt sich für gleiche Lernbedingungen an öffentlichen und privaten Schulen ein - beispielsweise vorgeschriebene Klassengrößen sowie Mindestschülerzahlen bei öffentlichen Schulen und freie Dispositionen bei freien Schulen. Auch bei den Lehrkräften ist eine 'Gleichwertigkeit' herzustellen. So kann bisher ein Magister in Mathe und Physik an freien Schulen unterrichten, u.E. sollte hier eine pädagogische Nachqualifizierung verpflichtend sein."