6. Januar 2011

Vom Eise befreit werden Straßen und Plätze?

Haltestelle in der Berliner Straße in Bernau - ein Hindernislauf

Zum Beitrag „Marktplatz geräumt“ im Barnim-Echo vom 5.1.2011 schrieb unsere Stadtverordnete Margot Ziemann folgenden Leserbrief:

"Doch wohl eher durch des Frühlings belebenden Blick als durch die von der Stadtverwaltung beauftragte Räumfirma.
Seit Anfang Dezember hat es in Bernau geschneit. Verständlich, dass in den ersten schneereichen Tagen die Räumung aller Straßen schwer fiel. Doch mittlerweile sind vier Wochen vergangen und der Schnee ist zu einer 20 – 30 Zentimeter dicken Eisdecke mutiert.

Es ist schon bemerkenswert, dass die Stadtverwaltung nach 4 Wochen Schneefall und Eisbildung nun am 5. Januar in der MOZ ankündigt, dass drei Innenstadtstraßen mit ihren Parkstreifen am 6. und 7. Januar vom Eise befreit werden.
Das ist zwar lobenswert für den motorisierten Individualverkehr und den Lieferverkehr z. B. in der Brüderstraße, die in den letzten Wochen oft verstopft war, aber eben viel zu spät. Warum war das nicht schon viel früher möglich?
Womöglich hätte man sich das jetzt auch sparen können, denn ab 6. Januar ist Tauwetter angesagt.

Genauso  oder noch viel wichtiger wäre aber die Beräumung der Bushaltestellen im Stadtgebiet, um den öffentlichen Personennahverkehr gefahrlos aufrecht zu erhalten.
Die Bushaltestellen sind auch vier Wochen nach den ersten Schneefällen in ihrer Mehrzahl  nicht beräumt, sondern im Gegenteil stark vereist, was das Ein- und Aussteigen sehr erschwert und für Gehbehinderte, Menschen mit Rollator  oder Kinderwagen nahezu unmöglich macht.

Ich habe deshalb einige Bushaltestellen selbst besichtigt und erprobt und war erschreckt über den Zustand am heutigen Tag (5. Januar 2011), besonders auch im Wohngebiet Bernau-Süd, wo viele ältere Bürger wohnen. Einzig die Haltestelle in der Börnicker Chaussee war gründlich beräumt.
An den Haltestellen in der Berliner Straße ist gefahrloses Ein- und Aussteigen nicht möglich. Wenn der Fahrer so hält, dass der Einstieg möglich ist, so muss man beim Ausstieg über festgefrorene Schneeberge klettern. Die Sturzgefahr ist sehr hoch.

Ich möchte den Bürgermeister deshalb ausdrücklich auffordern, der Beräumung der Bushaltestellen und Fußgängerüberwege in Zukunft absolute Priorität einzuräumen und dies zur Chefsache zu machen. Dies muss mit dem Bauhof und den beauftragten Räumfirmen fest vereinbart werden.
Bernau barrierefrei – das muss auch im Winter gelten."

Margot Ziemann