Unser Bürgermeister in Werneuchen Burkhard Horn stellt sich im September 2011 erneut der Wahl.
 
3. Mai 2011

Breitbandverbindung für Alle

Zu einer hohen Lebensqualität und guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Werneuchen und den Ortsteilen gehört heute auch als selbstverständlich eine Bereitstellung von Breitbandverbindungen für das Internet. Von der Bundeskanzlerin, Angela Merkel, auch so im Jahr 2009 vollmundig versprochen. Wie sieht das in der Realität aus?

Genosse Horn zum Stand der Bereitstellung von Breitbandverbindungen:

„In den letzten Jahren gab es unserseits viele Versuche die Stadt flächendeckend mit Breitband zu versorgen. Bisher sind diese Versuche größtenteils an der vorhandenen Kabelinfrastruktur gescheitert. Wir haben im Ortsnetz Werneuchen (nicht der OT Krummensee) leider ein Opal-Netz (Glasfaser). Genauer gesagt, wurde Mitte der 90er Jahre überwiegend die Kabelsorte HYTAS 94 verbaut, welche für eine Breitbandversorgung der Haushalte so nicht verwendet werden kann. Da ein Rückbau bzw. Überbau des vorhandenen Kabelnetzes für die Netzbetreiber wirtschaftlich nicht darstellbar war und noch immer ist, sind wir seit dem um andere Techniken bemüht.

Auf unsere Initiative hin wurden im Stadtgebiet 2 Richtfunkanlagen von privaten Anbietern gebaut. Eine auf dem Gelände der MÄRKA und eine auf der alten Mühle in der Wesendahler Straße. Hier mussten wir aber schnell feststellen, dass diese Technik nicht unbedingt für den ländlichen Raum geeignet ist. Zum einen ist die Reichweite solcher Anlagen begrenzt, was die Zahl der Anschlussteilnehmer und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlagen mindert und zum anderen ist die Verfügbarkeit der Technik zum Beispiel durch die Beeinträchtigung von Bäumen, nicht als stabil anzusehen.

Weiterhin stehen wir mit den großen Netzbetreibern in Kontakt, was unter anderem dazu führte, dass einige Straßenzüge mit Breitband ausgestattet wurden. Wie ich zuvor erwähnte, ist der überwiegende Teil der Werneuchener Ortsnetzes mit dem Kabel HYTAS 94 ausgerüstet. In einigen Straßenzügen wurde aber HYTAS 95 verbaut, welches eine Breitbandversorgung zumindest für diese Bereiche ermöglicht und auch realisiert wurde.

Versuche, unsere Ortsteile mit Richtfunkanlagen auszurüsten, scheiterte leider am tatsächlichen Bedarf. So haben wir für zwei Ortsteile mit etwa 300 Einwohnern einmal 7 und einmal 15 Interessenbekunden eingeholt.

Zum Thema Fördermöglichkeiten vom Land Brandenburg kann ich an dieser Stelle ausführen, dass aufgrund der vorhandenen Infrastruktur des Kabelnetzes bisher selbst mit Einsatz von Fördermitteln eine Versorgung aller Haushalte noch nicht wirtschaftlich dargestellt werden konnte.

Für den Ortsteil Krummensee werden wir jetzt eine Verbesserung des Netzes als Projekt anschieben. Hier sollen bspw. dann auch Fördermittel in Anspruch genommen werden.
Darüber hinaus gibt es aber auch Positives zu vermelden. Im Ortsteil Schönfeld wurde der Mobilfunkmast mit LTE aufgerüstet, sodass zumindest in diesem Bereich der Bedarf jetzt gedeckt werden kann.

Aktuell sind wir in Zusammenarbeit mit einem großen Netzanbieter dabei, alternative Techniken zur Kabelverlegung zu prüfen. Über die Ergebnisse dieser Prüfung werde ich berichten.
Auf den Gewerbeparks besteht für die Unternehmen eine Breitbandverbindung.“

Zusammenarbeit der Stadt Werneuchen und den Unternehmen

Gegenwärtig gibt es in Werneuchen 765 privatrechtliche Unternehmen (Stand: 26.04.2011). In der Stadtverwaltung steht eine Mitarbeiterin den Unternehmen zur Verfügung, die sich mit der Wirtschafts- und Tourismusförderung beschäftigt und sowohl erste Anlaufstelle für ansiedlungsinteressierte Unternehmen als auch Vermittlerin von Hilfen für bereits existierende Unternehmen ist.
Schwerpunkte sind hier die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Standorten, Kontaktanbahnung zur im Kreis Barnim ansässigen Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder anderen Wirtschaftspartnern sowie die Hilfe bei verwaltungstechnische Fragen.
Somit wird gesichert, dass jedes Unternehmen, das sich mit dem Wunsch um Hilfe an die Stadtverwaltung wendet, diese im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch  erhält.
Genosse Burkhard Horn: „Ich gehe davon aus, dass unternehmerisches Handeln weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich getragen werden muss, es jedoch zum Service einer Verwaltung gehört, unbürokratische Hilfe, wenn sie gewünscht wird, zu gewähren.“
In Werneuchen gibt es seit dem 13.04.2010 einen Unternehmertisch, der durch die Initiative ortsansässiger Unternehmer und durch die Unterstützung des Bürgermeisters, Genossen Horn,  zustande kam. So erfolgte die erste Einladung für diesen Treff durch den Bürgermeister.  Burkhard Horn dazu: „Damit haben wir sozusagen Anschubhilfe geleistet. Die weiteren Treffen dieses Unternehmertisches fanden dann bereits in Eigenverantwortung der teilnehmenden Unternehmer  statt. Ich habe im Rahmen dieser Veranstaltungen Rede und Antwort zur Vergabepraxis der Stadtverwaltung Werneuchen gestanden, um nur ein Beispiel zu nennen. Mein Ziel der Mithilfe bei der Entstehung dieses Unternehmertisches war es, die Organisation einer intensiven Kommunikation unter den ortsansässigen Unternehmen selbst sowie zwischen Unternehmen und Stadtverwaltung und Abgeordneten zu schaffen und zu fördern.“
Erreicht werden sollte auch, dass  sich die Unternehmen über den Unternehmertisch dazu verständigen, wie sie sich selbst in das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Werneuchen einbringen können sowie darüber, wie die Förderung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Werneuchen erfolgen kann.

Genosse Burkhard Horn weiter:  „Wir haben auch Möglichkeiten geschaffen, dass Unternehmen für sich Werbung in der Stadt Werneuchen betreiben können, ohne das Stadtbild damit zu beeinträchtigen. So bestehen entlang der B 158 in Seefeld-Löhme, Werneuchen und Tiefensee, hier erst nach der Fertigstellung des Verkehrskreisels, und einigen stark frequentierten Kreuzungsbereichen Werbeplätze in Form eines Rohrrahmensystems. Diese werden sowohl zum Teil durch die Stadt Werneuchen und einem privaten Anbieter zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gibt es für gastronomische Einrichtungen und touristische Anbieter die Möglichkeit, sich am innerstädtischen Wegleitsystem zu beteiligen.
Obwohl die Möglichkeit besteht, dass Unternehmen auch die Homepage der Stadt Werneuchen nutzen können, wird meiner Auffassung nach davon noch zu wenig Gebrauch gemacht. Wir wollen die Homepage der Stadt Werneuchen in 2011/12 nochmals überarbeiten und dabei die Anregungen aus dem Unternehmertisch nutzen.“

Auch die Stadtverordnetenversammlung nahm dieses Thema sehr ernst und hat eigens hierfür einen Ausschuss für Wirtschaft und Soziales gebildet. Hier gab es in den letzten Jahren auch Versuche, direkt in die Unternehmen zu gehen. Dies hat sich leider nicht auf Dauer durchgesetzt, da die Spezifik der Unternehmen zu unterschiedlich erscheint. Auch wurden thematische Ausschusssitzungen (z. B. Gastronomie, Reiterhöfe) oder auch Einladungen des Bürgermeisters noch nicht so angenommen, wie erhofft.
Dem entgegen lässt die Zusammenarbeit mit dem Unternehmertisch optimistischer in die Zukunft blicken.

Alternativen zum Atomstrom – nur ein „Grünen“ Thema?

Auf dem Gelände des Flugplatzes Werneuchen wird ein Solar-Park errichtet. Im Gewerbegebiet Willmersdorf soll ein Biomasse-Heizkraftwerkes entstehen. Also zwei energetisch alternative Projekte. Was haben die Werneuchner konkret von diesen Projekten?
Genosse Burkhard Horn dazu: „Zunächst muss man, meiner Meinung nach, die Produktion von Strom durch alternative Energien, wie Wind, Wasser oder Erdwärme als eine globale und nicht nur als eine territorial eng begrenzte Aufgabe sehen. Das der Energieverbrauch auch in Zukunft steigen wird, dürfte jedem klar sein. Wenn wir also in unserer Region die Produktion regenerativer Energie zulassen, leisten wir einen Beitrag dafür, dass Atomstrom oder Strom aus fossilen Brennstoffen zurückgefahren werden kann. Ich sehe das als einen unmittelbaren Vorteil. Ich muss mich zwar mit den Eingriffen in das Landschaftsbild arrangieren, aber gleichzeitig erhöht sich meine Gewissheit, sicherer und gesünder zu leben. Auch wird es dadurch sicher im Servicebereich einige neue Arbeitsplätze geben.“

Fortsetzung folgt demnächst zu den Themen Wohnen und Lernen in Werneuchen sowie Ordnung und Sauberkeit.
(Beitrag der BO Werneuchen/Ahrensfelde)