2. September 2015

Zum Eberswalder Antikriegstag 2015 – 70 Jahre nach der Befreiung von Faschismus und Krieg

Auch DIE LINKE war am Weltfriedenstag bei der Kundgebung in Eberswalde dabei.
Große Plakate verkündeten Forderungen der Kundgebungsteilnehmer.
Prof. Fink bei seiner Rede.

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September fanden sich Vertreter  verschiedener Friedensinitiativen, linker Parteien und Verbände, der Kirche, kommunaler Einrichtungen sowie Bürger und Bürgerinnen zu einer Kundgebung auf dem Eberswalder Marktplatz ein. Unter der Moderation von Frau Dr. Westendorff überbrachte Frau Stibane als Verwaltungsdezernentin der Stadt Eberswalde ihre Grüße und  Hochachtung an die Veranstalter. Sie forderte die gut 100 Zuhörer auf, aktiv die Stadt- und Kreisverwaltung bei der Unterbringung und Betreuung der in Eberswalde lebenden Asylbewerber und Flüchtlinge zu unterstützen.

Der Gastredner Prof. Heinrich Fink, Vorsitzender der Bundesvereinigung des Bundes der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN-BdA), berichtete von seinen Erfahrungen und denen seiner Familie in der Zeit des deutschen Faschismus. In seiner bewegten Rede warnte er auch im Namen des in Eberswalde lebenden Buchenwaldhäftlings Gerd Schramm    - welcher auch anwesend war - vor den Folgen des Wiedereintritts Deutschlands in die Reihe der Krieg führenden Länder.  Schon heute sind die Folgen der globalen Interventionspolitik katastrophal. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Auch dort, wo keine deutschen Soldaten an diesen Kriegen beteiligt sind, sind doch deutsche Waffen im Einsatz. Die exzessiven Waffenexporte bringen den Produzenten Gewinn, jedoch in weite Teile der Welt Tod, Elend und Verzweiflung. Wie in der VVN-Resolution zum Antikriegstag 2015 forderte Prof. Fink die Beendigung der Kriegseinsätzen der Bundeswehr und der NATO, die Beendigung der deutschen Rüstungsexporte, den Stopp der Beschaffung von Kampfdrohnen, Verbot, Ächtung und Vernichtung  von ABC-Waffen sowie den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel. Gleichzeitig forderte er die Bundesregierung  auf, die Grenzen insbesondere für Menschen auf der Flucht vor Verfolgung und Not zu öffnen und die Wiederherstellung des Asylrechts in der ursprünglichen Fassung des Artikels 16 im Grundgesetz zu betreiben.

Symbolisch für den Friedenswillen aller Anwesenden flogen anschließend weiße Tauben unter den Klängen der Liedes „Kleine weiße Friedenstaube“ in den Himmel.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende der Deutschen Gewerkschaftsbundes Ostbrandenburg, Ralf Kaiser,  bei allen Organisatoren und rief zu einem aktiven  friedensförderndem Miteinander auf. Im Namen des DGB erklärte er seine Bestürzung und Beschämung darüber, wie sehr Flüchtlingen in Deutschland mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit begegnet wird. Das Feilschen darüber, welche europäischer Mitgliedsstaat, wie viele Flüchtlinge aufnimmt, ist zu beenden. Eine menschenwürdige Aufnahmen und soziale und wirtschaftliche Integration der Flüchtlinge in Europa ist geboten.  

Nach der Veranstaltung auf dem Marktplatz fand ein Friedensgebet in der Maria- Magdalenen-Kirche statt.
K. Wagner