10. März 2011

Politischer Aschermittwoch bei den Bernauer Linken

Die Bühne mit den Akteuren.
D. Enkelmann bei ihrer Rede.

Die Stadtverordneten der LINKEN und ihre sachkundigen Einwohner hatten zum politischen Aschermittwoch am 9. März eingeladen. Im vollbesetzten Saal des Clubs am Steintor präsentierten sie ein kurzweiliges Programm und nahmen mit Humor und spitzer Feder die Stadt, ihren Bürgermeister, die Verordneten und sich selbst ins Visier. Ob Bahnhofs"neubau", Winterdienst, geschlossenes Rathaus oder der Kampf um "Bernau bei Berlin und sein Parkleitsystem" - nichts wurde ausgelassen und auch der Wettbewerb "Bernau sucht den Eigentor-Superstar" durfte nicht fehlen.

Höhepunkt war zweifellos die "Büttenrede" der Vorsitzenden der Stadtfraktion und Bundestagsabgeordneten Dagmar Enkelmann. Unter dem Motto "Der Aufschwung ist da, Genossen!" legte sie den Finger in die Wunde der immer weiter auseinander klaffenden Schere zwischen arm und reich. "Minijobs, Teilzeit, Praktika, befristete Tätigkeit: Das ist der viel gepriesene Aufschwung am Arbeitsmarkt", hob sie hervor. Und natürlich fehlte auch nicht der Seitenhieb auf die "Hartz IV-Reform", die eine "Laola-Welle durch das Land" auslöste. Ob Schwarz, ob Rosa, Gelb oder Grün - jede politische Farbe im Land bekam ihr Fett ab. Und auch die eigen Partei wurde nicht verschont: "In Brandenburg ist DIE LINKE abgetaucht. Ist wahrscheinlich viel beschäftigt mit Regieren. Soll ja auch stressig sein, ständig den Koalitionspartner zu befriedigen, damit der sich keinen neuen sucht", bemerkte sie mit Augenzwinkern und erntete kräftigen Beifall. Die ganze Rede kann hier nachgelesen werden.

Zum Schluss sei den Akteuren ein dickes Dankeschön und große Anerkennung für den mit viel Fleiß und Engagement gestalteten gelungenen Abend beschieden sowie die Erkenntnis bekräftigt, dass der Raum im kommenden Jahr wohl noch größer sein müsste.

M. Mächtig/W. Kraffczyk

(Fotos: F. Müller/W. Kraffczyk)


Ein gutes Dutzend Mitwirkende waren beteiligt. Stets im Hintergrund der Textschreiber: Jürgen Poppitz.
Bürgermeister "Branzke" (l.) war nicht nur Zielscheibe, sondern auch Mitwirkender.
Interviewer: "Was halten Sie von einer Umgehungsstraße?" Antwort:" Sind denn schon wieder Wahlen?"
Bernau sucht den "Eigentor-Superstar": Bei der LINKEN schießt die Zentrale ins eigene Tor, die Basis holt sie wieder heraus.