5. Oktober 2015

Bernauer Wilkommens-Initiative gründet sich

Bernauer LINKE mit dabei

In Bernau-Waldfrieden werden noch in diesem Jahr zwei Flüchtlingsübergangs-Wohnheime eingerichtet werden, im ehemaligen Seniorenheim und der ehemaligen Waldarbeiterschule.
„Selbstverständlich sei die Situation alles andere als günstig, zwei Einrichtungen in einem solch kleinen Ortsteil unterzubringen“, warb Bürgermeister Stahl (DIE LINKE) um Verständnis. Aber eine Alternative angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen gebe es nicht. Die Stadt Bernau verfüge über keine freien Wohnungen. Sie stelle aber rund ein Viertel der Einwohner des Barnim. Gemessen daran müsse sie auch ein Viertel der ankommenden Flüchtlinge beherbergen. „Unser Anteil wird bisher von anderen Kommunen mitgetragen“, so der Bürgermeister. Es sei ein Gebot der Solidarität, auch in Bernau menschenwürdige Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen.
Die Fluchtursachen, Krieg, Waffenexporte, Gewalt und Unterdrückung, müssten vor Ort von der Weltpolitik gelöst werden. Aber jetzt seien die Menschen hier und bräuchten ein Dach über dem Kopf. Dies sei ein Gebot der Menschlichkeit, fügte er hinzu.
Auch wenn das vielen einleuchtet, waren die Befürchtungen und Ängste unmittelbarer Anwohner in Waldfrieden nicht zu überhören und wurden teilweise lautstark vorgetragen. Umso positiver, dass sich nach der Veranstaltung ca. 35 Bernauerinnen und Bernauer im Treff 23 zusammenfanden um zu beraten, wie man den zu erwartenden Flüchtlingen ehrenamtlich helfen und sie unterstützen kann.

Das Netzwerk für Weltoffenheit hatte eingeladen und viele kamen, um ihre Hilfe anzubieten. Lehrinnen darunter, die sich bereit erklärten, Flüchtlingskindern die ersten Grundlagen der deutschen Sprache beizubringen, damit sie später die Schule besuchen können. Eine junge Künstlerin will mit den Flüchtlingen modellieren und gestalten um Kontakte zu knüpfen, wenn man die Sprache noch nicht versteht. Ein junger Engländer, der in Bernau lebt, bietet seine Dienste als Sprachmittler an. Ein pensionierter Informatiker, zugewandert aus Westdeutschland, will eine Datenbank fertigen, in der alle Angebote erfasst und abgerufen werden können.
Eine geballte Ladung an Kompetenz und Lebenserfahrung hat sich da versammelt. Wir wollen uns organisieren, um zu helfen. Vertreterinnen der Stadt Bernau stellten in Aussicht, eine Koordinierungsstelle bei einem Trägerverein zu bezuschussen.

Am 1. Oktober erfolgte das zweite Treffen, an dem sich erste Arbeitsgruppen bildeten zu folgenden Themen: Deutsch vermitteln, Organisation und Koordination, Öffentlichkeitsarbeit, Spenden sammeln und organisieren, Begleitung von Flüchtlingen zu Behörden, Patenschaften, Vermittlung zu Vereinen z. B. im Sport, Kunst und Kultur.  
Mir hat dieses Treffen Kraft und Mut gemacht, dass Bernau bürgerschaftliches Engagement zeigt. Ich möchte euch aufrufen:
Macht mit bei der Willkommens-Initiative Bernau! Angst und Beklemmungen vor Fremden kann man am besten überwinden, wenn man gemeinsam  mit der Gruppe Kontakte knüpft und auf die Flüchtlinge zugeht. Es sind Menschen wie du und ich. Sie brauchen unsere Hilfe und Solidarität.

Margot Ziemann

Ansprechpartner  für die Wilkommens-Initiative Bernau:
Frau Rebs
AWO-Treff, An der Stadtmauer 12, 16321 Bernau, Tel. 03338-8973,
E-Mail: willkommensinitiative@awo-kv-bernau.de
Sprechzeiten: täglich 11 bis 15 Uhr