19. Mai 2017

Gegen die Gründung eines Ortsteiles im Bernauer Süden

Angeregt durch den Stadtverordneten Andreas Neue (Bündnis für Bernau) hat kürzlich eine Diskussion zur Neugründung eines weiteren Ortsteiles in Bernau begonnen. Nach seiner Vorstellung sollen sich die Wohngebiete Gieses Plan, Nibelungen und Bernau Süd zu einem neuen Ortsteil zusammenschließen. Doch das scheint wenige zu interessieren, wie die MOZ am 5.5.2017 berichtete: „Vorträge wurden gehalten, Statements abgegeben, nur die Bürger machten sich beim Auftakt eher rar.“ Dagmar Enkelmann, Vorsitzende der Linksfraktion in der Bernauer SVV, wurde von der Redaktion der Kreiszeitung „Offenen Worte“ dazu befragt. Sie lehnt die Gründung eines neuen Ortsteiles im Bernauer Süden ab.

OW: Wie steht die Fraktion der LINKEN in Bernau zu der Frage, weitere Teile von Bernau als Ortsteile auszuweisen?

Enkelmann: Ortsteile sollten aus unserer Sicht relativ abgeschlossene Gebiete mit eigenständigem Entwicklungsprofil sein. Da käme lediglich noch die Waldsiedlung in Frage. Vor vielen Jahren gab es da mal einen Vorstoß, aber leider hat sich bis heute dort keine Initiativgruppe gefunden. Originäre Stadtteile jetzt in Ortsteile umzuwandeln, davon halten wir nicht viel.

Gleichwohl sollte die Frage einer Interessenvertretung, wenn es denn von den Anwohnerinnen und Anwohnern gewollt ist, und nicht von außen aufgedrückt wird, diskutiert werden. Das könnten Stadtteilbeiräte sein. Ebenso wichtig ist die Einrichtung von Kieztreffs und Dialogangebote der Verwaltung. Als Fraktion sind wir selbst ja mit öffentlichen Sprechstunden und im Sommer mit Sprechstunden unter freiem Himmel unterwegs.

OW: Sollten Ortsteile nicht ursprünglich ehemals selbstständigen Gemeinden  ein besseres Gehör in der vergrößerten Stadt verschaffen? Was würde sich  ändern, wenn nun immer einzelne Stadtteile zu Ortsteilen werden?

Enkelmann: Nicht alle unserer Ortsteile sind ehemals selbständige Gemeinden. Wichtig war für uns, dass sich ehrenamtliches Engagement für einen Ortsteil von unten entwickelt und die Bereitschaft da ist, Forderungen nicht nur in Richtung Verwaltung zu definieren, sondern selbst tätig zu werden. In einer so rasant wachsenden Stadt wie Bernau, mit neuen großen Wohngebieten, mit Herausforderungen an infrastrukturelle Entwicklung usw., wird wichtig sein, wie die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen einbezogen werden. Dazu müssen wir uns – Stadtverordnetenversammlung und Stadtverwaltung – mehr Gedanken machen.