18. Januar 2018

Visionen zur Zukunft der LINKEN

Liebe Genossinnen und Genossen, 

einige aus unserer Partei wollen über die Zukunft der Partei sprechen. Als Neumitglied und sehr junger Genosse fand ich es angemessen, einige Gedanken aufzuschreiben. Der Grund ist ziemlich naheliegend: Ich bin aus einem Grund in DIE LINKE eingetreten. Das ist der Traum von einer besseren Welt, einer Welt frei von Ausbeutung des Menschen und der Natur. Das ist der Traum vom Sozialismus, in dem jeder Mensch – egal welchen Geschlechts, welcher Religion, welcher Herkunft und welchen Aussehens – gleich, frei, selbstbestimmt und mitbestimmend leben kann. Das soll aber kein Traum bleiben, dies ist jetzt schon eine Vision, die in den Köpfen vieler Menschen auf der Welt – mittlerweile vermehrt junger Menschen – herumschwirrt. Und diese Vision treibt Menschen auf die Straße, in der Hoffnung, etwas zu bewegen.

Es ist gerade diese Vision, die Menschen an DIE LINKE denken lässt. Denn DIE LINKE vereint Menschen unterschiedlicher linker Strömungen. Da kommt natürlich die Frage auf: Wieso sollten sich jetzt einzelne Menschen und Gruppen aus den rot-rot-grünen Parteien zu solch einer Partei zusammenfinden. Wer so etwas fordert, der sieht nicht, dass die LINKE gespalten würde. Wer so etwas mit Prozenten und Zahlen begründet, den treibt nicht die Vision, sondern politischer Opportunismus an.

Ich halte persönlich nicht viel von solchen Forderungen, die von einer neuen linken Partei reden. Es gibt schon eine linke Partei mit Volksparteipotenzial, eine pluralistische und basis- demokratische Partei, die unterschiedlichste linke Gruppen zusammenbringt. Diese Partei nennt sich DIE LINKE und wir sollten daran arbeiten, dass genau diese Partei attraktiver, ansprechender und stärker wird. Wir sollten besonders junge Genoss_innen zusammentrommeln und Aktionen starten, die uns in Kontakt mit den „normalen“ Menschen da „draußen“ bringen und uns in Gespräche mit genau diesen Menschen bringen. Genau diese Menschen, die prekär beschäftigt sind und jeden Monat wieder Geld-, Existenz- und Zukunftssorgen haben, die schon ewig keine Arbeit mehr finden, die sich abgehängt und ungehört fühlen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und nun als Rentner Flaschen sammeln müssen. Lasst uns diesen Menschen, die eine breite soziale politische Bewegung brauchen, ein Ohr geben und das Sprachrohr sein für die Probleme dieser Menschen. Lasst uns eine Partei aller arbeitenden Menschen sein, dazu gehören Menschen mit klassischer Berufsausbildung, sowohl auch Menschen mit akademischem Abschluss. Lasst uns eine Partei der Kinder und Jugend, der Senioren, der Familien, der Liebenden – eben eine vielfältige Partei sein. Lasst uns eine Partei im stetigen Austausch mit den Menschen, die wir vertreten wollen, sein. Lasst uns in diesen Zeiten, in denen diejenigen, die gegen Vielfalt und Offenheit hetzen, eine Partei sein, die sich klar und knallhart gegen rechts stellt und die Zukunft verteidigt.

Zur Verteidigung der Zukunft gehören besonders der Klimaschutz und eine sozial-ökologische Umweltpolitik. Wir können klar machen, dass wir für den Erhalt der Umwelt des Menschen eine Politik brauchen, die sich vehement gegen Profitinteressen von Konzernen stellt und sich stark macht für die Natur und die Gesundheit des Menschen. Lasst uns für den sozial-ökologischen Umbau betonen, dass dieser nicht mit der zurzeit herrschenden Wirtschaftsordnung gelingen kann und wir nicht nur dazu die sozialistische Alternative brauchen.

Wer sagt, dass man Plakate nur vor Wahlen aufhängen kann. Themenplakate können uns helfen, ein Thema in den Mittelpunkt zu stellen und Gegenstand öffentlicher Diskussionen zu machen. Das zeigt auch: DIE LINKE ist immer da.

Wer sagt, dass eine Partei keine Videos machen kann. Gerade mit dem Medium Internet können wir soziale Netzwerke dafür nutzen, viele Menschen mit unseren Botschaften zu erreichen. Zur Realisierung können wir mehr werdende parteiinterne Ressourcen nutzen. Wer sagt, LINKE können keine Veranstaltungen. Das machen wir schon lange: unterschiedliche Veranstaltungen. Ob Podiumsdiskussion, Konzert, Gesprächsrunde – wir können weiterhin Menschen erreichen und zusammenbringen. Das stärkt.  

Ja, wir brauchen viel Kraft für die anstehenden Jahre. Aber die bevorstehenden Anstrengungen lohnen sich: Wir können die treibende Kraft zu einer linken Regierungsalternative werden, die eben kein „Weiter so“ macht, eine Regierungsalternative, die mit dem Neoliberalismus bricht und den Weg Richtung Zukunft einschlägt: den Weg zum demokratischen Sozialismus.  

In diesem Sinne, ein paar Worte und Gedanken zur Zukunft, von denen, die Zukunft gestalten werden: der Jugend.

Marek Lipp
Mitglied DIE LINKE. Barnim
Ersatzdelegierter für den Landesparteitag